Anlässlich des heutigen „Tags der offenen Konten“ haben wir erneut Rechenschaft über unseren Sozialfonds abgelegt. Seit unserem Einzug in den Gemeinderat haben wir 30.347 Euro von unseren Politikerbezügen an Menschen in Not weitergeleitet – aus politischer Überzeugung, nicht aus Wohltätigkeit.
"Wir wollen uns mit dem Politikergehalt nicht vom Rest der Bevölkerung abheben", betont KPÖ-Klubobfrau Pia Tomedi. "Nur wer den gleichen Alltag und die gleichen Sorgen mit der Bevölkerung teilt, trifft auch Entscheidungen im Sinne aller."
Die Zahlen im Überblick
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Im Jahr 2025 wurden insgesamt 18.762 Euro an 124 Personen weitergegeben, davon 18 Minderjährige.
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In zwei Fällen wurden Stromabschaltungen verhindert, indem Gelder direkt an die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) überwiesen wurden.
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In vier Fällen erfolgten Zahlungen über den Verein für Obdachlose, da die Betroffenen kein eigenes Konto besaßen.
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Seit Beginn der Gemeinderatsperiode hat die KPÖ damit insgesamt 30.347 Euro an die Bevölkerung zurückgegeben.
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Das Ziel bis zum Ende der Periode: 100.000 Euro.
Gehaltsverzicht als politisches Prinzip
Die Innsbrucker KPÖ-Gemeinderäte Pia Tomedi, Gregor Sanders und Sabine Lerch haben ihre monatliche Abgabe von zuletzt 466 Euro auf nun 500 Euro erhöht – eine direkte Reaktion auf die jüngste Erhöhung der Politikergehälter durch die Stadtregierung. "Wir begrenzen unsere Bezüge, weil Politik für uns ein Auftrag ist, den Alltag der Menschen zu erleichtern", so Tomedi.
Krise trifft immer mehr Haushalte
Die aktuellen Entwicklungen geben Anlass zur Sorge: "Die Alarmglocken schrillen. Die Teuerung trifft nicht nur die Ärmsten, sondern auch Familien und Pensionisten mit durchschnittlichen Einkommen", warnt Tomedi. Bereits Anfang Dezember war unser Sozialtopf leer – gerade vor Weihnachten gingen so viele Anfragen wie nie zuvor ein. "Es geht nicht um Geschenke, es geht um Existenzielles: Miete, Strom, Heizkosten."
Systemkritik am Beispiel Landtagssitzung
"Die aktuelle Empörung über Politiker, die im Tiroler Landtag schwänzen und trotzdem voll abkassieren, entlarvt ein grundlegendes Problem", so Tomedi: "Politik darf kein lukrativer Selbstbedienungsladen sein. Solange Abgeordnete mehr als das Doppelte eines durchschnittlichen Tiroler Gehalts beziehen, läuft jede Kritik an Einzelfällen ins Leere." Während über Pflichtverletzungen diskutiert wird, bleibt die Wurzel des Problems unangetastet: überhöhte Bezüge, die Karrierismus und persönliche Bereicherung fördern.
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